Der raue Stein

Die Freimaurer verwenden viele Symbole in ihrem Brauchtum. Der „raue Stein“ steht für den Menschen, wie er ist, solange er nicht beginnt, an sich zu arbeiten. In der symbolhaften Sprache des überlieferten freimaurerischen Rituals ist der „raue, also unbehauene, unbearbeitete Stein“ damit auch das Symbol für den Freimaurerlehrling. In dieser Sprache ist der „Stein“ der einzelne Mensch, der sich zum Kubus zu wandeln hat, damit er beim symbolischen Tempelbau (die freimaurerische Utopie einer harmonischen Vereinigung aller Menschen als Brüder) als passender Teil in das Gesamtkunstwerk eingefügt werden kann. Der selbstkritische Freimaurer wird sich sein Leben lang als „rauer Stein“ begreifen, denn Vollkommenheit ist uns Menschen nun mal nicht unbedingt gegeben.