Der Ecossismus

Wenn auch in Schottland eine Großloge erst nach jener von England und Irland - 1736 - ins Leben trat, so reicht die Geschichte der schottischen Freimaurerei weiter zurück. Als Desaguliers 1721 nach Schottland kam, waren dort weit mehr Logen am Werk als in England, allerdings waren sie oft noch Werklogen von Bauhandwerkern.

Die Wurzel der schottischen Freimaurerei ist „die“ Loge von Kilwinning welche ihre Entstehung von jener Bauhütte ableitet, die von Hugh de Moville, Connetable von Schottland gegründet wurde, um die Abteikirche zu bauen. 1128 war Lord James Steward Großmeister der Loge in Kilwinning und machte englische und irische Grandseigneure zu Mitgliedern.

In Schottland stand die Freimaurerei unter der Patronanz des Königshauses. So ist die schottische Freimaurerei eng mit der Familie Stuart verbunden und wanderte mit dieser nach Frankreich aus. Heute noch ist die Grande Loge de France die Mutter aller schottischen Logen Europas. Die Gründung der Freimaurerei Schottlands geht aber auch auf heimkehrende Templer zurück, wobei deren Lehren und deren Wissen vermutlich Jahrtausende alt sind. In der schottischen Freimaurerei gibt es auch die drei Johannisgrade, die ursprünglich für den operativen Teil der Loge (Bauhütten) bestimmt waren und weitere 30 Hochgrade für den nicht operativen Teil der Loge (ehemalige Templer und Grandseigneure).

Die Großloge von England wurde 1717 im Gasthaus „Zur Gans und zum Bratrost“ gegründet.

Die Loge von Kilwinning leitet wie erwähnt ihre Entstehung von der Bauhütte der von Hugh de Moville, Connetable von Schottland, gebauten Abteikirche ab. Zu den ältesten überleiferten Urkunden zählen Logenprotokolle, aus Schottland. Die „Edinburger Loge No. 1“, „Mary’s Chapel“, besitzt insgesamt zehn Bände an Originalprotokollen, deren erstes vom 31. Juli 1599 stammt.

Sie war natürlich schon vorher tätig, jedoch beweisen die erwähnten Protokolle, dass die Loge schon 118 Jahre vor Gründung der ersten Großloge von England existierte und schon in diesem Zeitraum Männer aufnahm, die keine Steinmetze gewesen waren. Schon am 8. Januar 1600 ist als solcher „Non-Operative“ ein John Boswell of Auchinleck eingetragen.

Die Protokolle zeigen auch, dass sich im Laufe des 17. Jahrhunderts die Zahl dieser „Speculatives“ nicht unbeträchtlich vermehrte. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, handelte es sich um Männer von Rang, vielfach um historische Persönlichkeiten. So wurden „Fellows of craft“: Lord Alexander, Viscount of Canada und dessen Bruder, General Alexander Hamilton, Sir Patrick Hume, der Earl of Marchmount usw. Noch weiter, auf den 9. Januar 1598, gehen die Protokolle der „Aitchison’s Haven Lodge“ zurück, die aber seit 1852 nicht mehr besteht. Aus jenem Zeitraum (1598/99) stammen ferner auch die berühmten „Shaw-Statutes“, Verordnungen des „General Warden“ (Obersten Aufsehers) William Schaw, „Werkmeisters des Königs“ und das erste der sogenannten „St. Clair-Charters“ (1601), ein unter  anderem von Schaw unterschriebener „Freibrief“ der schottischen Bauleute für William St. Clair of Rosslyn, der diesem auf Grund einer königliche Entschließung die Freiheit und Gerichtsbarkeit über die Maurer einräumte und William St. Clair sowie seine Erben als „Schirmherren und Richter der Zunft“ bestätigte.

Von den „Fellows“ der „Aitchison‘s Haven Lodge“, die in dem Protokoll von 1598 verzeichnet sind, waren die Mitunterzeichner der Charter, die  „deacones maisteris and fie men of the Maisonnes whin the realme of Scotland with expres consent and assent of Wm. Schaw, Maister of Work to our souane.

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