Ich bin Jude, fühle mich aber von der Freimaurerei angezogen

Die Konstitution der Freimaurerei von 1723 verbietet Streitgespräche über Parteizugehörigkeit und Konfession. Die politisch religiöse Ausrichtung des Grand Orient de France führte Anfang des 20. Jahrhunderts zu dessen Ausschluss aus der regulären bezeihungsweise respektablen Freimaurerei. Wir untersagen es, in Logenarbeiten, welche der Vervollkommnung des einzelnen Bruders dienen sollen, politische oder religiöse Ziele zu besprechen oder zu verfolgen. Allein die Verpflichtung, die Gesetze des jeweiligen Landes zu beobachten und die Anerkennung des Schöpfungsprinzips bilden die Voraussetzung für eine Mitgliedschaft. Eine Aufnahme von Männern mosaischen Glaubens ist jedenfalls möglich. Wenngleich Aufnahmen von Bürgern jüdischen Glaubens erst Mitte des 19. Jahrhunderts in Österreich-Ungarn bekannt wurden, so fanden sie aber weltweit wesentlich früher statt. Interessant ist jedoch die Freimaurerei vor allem für diejenigen, die zu einer Diskussion bereit und für Reflexionen hinsichtlich anderer philosophischer Sichtweisen offen sind. Wir sind stolz, neben anderen Konfessionen auch Juden als Mitglieder zu haben. Sie werden weder bei der AFAM noch dem AASR Brüder finden, welche religiöse oder politische Hetztiraden verbreiten. Leider gibt es Lebewesen auf unserer Erde, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, immer wieder Freimaurer, Christen, Juden etc. ins Abseits zu stellen oder gegeneinander auszuspielen.