Wonach werden Grade vergeben?

Die Grade der Freimaurerei sind eine historische Übernahme aus der Tradition der Werkmaurerei, und aus der Hochgrad-Hierarchie. Der neu aufgenommene Bruder Freimaurer ist zunächst Lehrling. Schlagwort dieses Grades ist „Erkenne Dich selbst“ - Aufforderung zur Selbsterkenntnis, Anregung zum An-sich-selber-arbeiten. Je nach Brauch der einzelnen Loge erfolgt die Beförderung zum Gesellen nach ein bis drei Jahren. Hier bedeutet die Aufforderung „Schau um Dich“ den Hinweis auf die Einbindung in die menschliche Gesellschaft, die sozialen Verpflichtungen, aber auch auf das Leben schlechthin mit allen seinen Höhen und Tiefen. Wenn nach weiteren ein bis zwei Jahren die Erhebung zum Meister erfolgt, wird dieser mit „Schau über Dich“ auf die Endlichkeit unserer irdischen Existenz hingewiesen. Die Bedeutung der Grade für das Erleben und die Entwicklung des einzelnen Freimaurers ist wesentlich größer als ihre Rolle im Logenleben. Die AFAM bearbeitet die Hochgrade als ergänzend tiefergehende Lehre, beim AASR fiebert jeder Bruder seiner Berufung in die Hochgrade entgegen, da diese neben der Lehre auch die Stufen in der Organisation des Ordens und im internationalen Wirken sind. Die Freimaurerei bietet den Brüdern die Möglichkeit, sich nach den eigenen Neigungen weiterzuentwickeln. Die Arbeit im Hochgrad kommt einem oder mehreren Hochschulstudien gleich, ähnlich den profanen Bereichen wie Rechtswissenschaften, Geschichte, Betriebswirtschaft, und Psychologie. Der Hochgrad des Ordens ist vor allem eine Kaderschmiede, in welche hochausgebildetes Führungspersonal heranreift. Der Grund, weshalb es in der Wirtschaft, der Politik und Verwaltung viele Brüder in führenden Positionen gibt, ist in erster Linie diese Schulung und die Fähigkeit zur Leistungsverbesserung. Alleine durch die Zugehörigkeit vieler namhafter Persönlichkeiten, welche in ihrem Fach Fantastisches leisten, haben die Mitglieder immer wieder die Möglichkeit, durch Diskussionen Aspekte und Wechselwirkungen in ihrem Betätigungsfeld kennenzulernen, welche ihnen ohne die Zugehörigkeit verborgen geblieben währen.