Die christliche oder protestantische Freimaurerei

Es gibt in der Freimaurerei eine christliche und eine humanitäre Richtung. Die sogenannte christliche Freimaurerei, auch Schwedisches System genannt, ist eine Richtung, die vor allem in Norddeutschland und in den skandinavischen Ländern verbreitet ist. Diese Richtung gehört nicht dem AASR an. Beiden Richtungen ist jedoch gemein, dass sie von ihren Mitgliedern den Glauben an ein höheres Wesen fordern, das unter dem Symbol des großen Baumeisters der Welten verehrt wird. Dies hat allerdings nicht primär mit einer religiösen Bekenntnis zu tun, sondern ist allein Ausdruck der Überzeugung, dass es neben dem sinnlich Wahrnehmbaren noch etwas Anderes geben muss, was Goethe mit den Worten umschrieben hat, dass es Dinge gebe, die unsere Schulweisheit nicht erfasst. Die Religion, der Glaube des einzelnen Freimaurers hingegen ist dessen rein persönliche Angelegenheit, seine absolute Privatsache. Bei der sogenannten christlichen Freimaurerei ist dies grundsätzlich nicht anders, allerdings trägt diese Richtung dem Umstand Rechnung, dass wir in einer durch 2000 Jahre Christentum geprägten Gesellschaft leben. So sieht diese freimaurerische Richtung in Jesus Christus ihren ideellen Obermeister und verehrt ihn als herausragenden Menschen und als großen Religionsstifter. Logischerweise nimmt diese Richtung daher auch nur Männer in ihre Reihen auf, die sich als dem Christentum zugehörig verstehen, ohne allerdings einer christlichen Konfession angehören zu müssen.

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