Die Grundgesetze unserer Großloge

  • Der Freimaurerbund ist eine Verbindung freier Männer, die ihr Brauchtum von den Baubruderschaften des Mittelalters und den Templern herleitet. Die Vorschriften, wie sie für jene Bruderschaften gültig waren, sind in verschiedenen Urkunden - die bekannteste davon sind die „Alten Pflichten der Freimaurer von 1723“ - und in den Ritualen enthalten. Sie dienen dem Freimaurerbund auch heute noch als Richtlinien.
  • Die Freimaurer betrachten sich als Brüder, ihren Bund als einen Bruderbund. Sie wissen, dass alle Menschen, so verschieden ihre Gaben und ihre Verhältnisse auch sein mögen, als gleichberechtigte Wesen geboren sind. Sie wissen aber auch, dass diese Wahrheit im Leben der Menschen häufig verkannt wird und erachten es deshalb als ihre Pflicht, brüderliche Gesinnung unter sich und gegenüber ihren Mitmenschen zu erwecken und zu fördern.
  • Der Zweck des Freimaurerordens ist die Erziehung seiner Mitglieder zum wahren Menschentum. Die Mittel zu diesem Zweck sind: die Ausübung der überlieferten symbolischen Gebräuche; die gegenseitige Belehrung über die wichtigsten Angelegenheiten der Menschheit; die Pflege unserer Ideale und die Anregung zu wahrer Freundschaft und Bruderliebe; die Erfüllung der sozialen Pflichten und die Pflege der Wohltätigkeit. Im Weiteren setzt sich der Freimaurerbund zum Ziel, seine Grundsätze außerhalb der Loge zu verbreiten, die Bildung und Aufklärung nach Kräften zu fördern, gemeinnützige Anstalten zu unterstützen und nötigenfalls solche zu gründen.
  • Der Freimaurerbund arbeitet zu Ehren des großen Baumeisters (Architekten) des Universums. Der Bund huldigt dem Grundsatz der Gewissens-, Glaubens- und Geistesfreiheit und verurteilt jeden Zwang, der diese Freiheit bedroht. Er achtet jedes aufrichtige Bekenntnis und jede ehrlich Überzeugung und verurteilt jede Verfolgung Andersdenkender. Den alten Überlieferungen gemäß liegen bei allen rituellen Arbeiten das „Buch des Heiligen Gesetzes“, „Winkelmaß und Zirkel“, also die sogenannten „Drei Großen Lichter der Freimaurerei“, als Symbole auf dem Altar.
  • Der Freimaurer macht es sich zur Pflicht, die Freiheit und Unabhängigkeit des Vaterlandes zu verteidigen und zur Erhaltung des inneren Friedens durch Wort, Schrift und Tat nach Kräften beizutragen. Er tritt getreu der Tradition des Ordens für die Beachtung der Menschenrechte ein. Die einzelnen Mitglieder sollen sich in Betätigung der maurerischen Grundsätze an den öffentlichen Angelegenheiten beteiligen und dabei so handeln, wie es nach ihrer innersten Überzeugung für das Wohl und das Gedeihen des Vaterlandes am besten ist.
  • Die Loge ist ein friedlicher und neutraler Tempel, dessen Schwelle die Gegensätze und Leidenschaften des Außenlebens nicht überschreiten sollten. Die Loge mischt sich nicht in parteipolitische oder konfessionelle Streitfragen ein. Ein gegenseitiger Meinungsaustausch ist nur außerhalb der Logenarbeiten gestattet, und nur sofern er weder zu Abstimmungen noch zu Organbeschlüssen führt.
  • Der Bund nimmt unbeschadet ihres Glaubens, ihrer Rasse, Nationalität, politischer Einstellung oder ihres gesellschaftlichen Standes freie Männer von gutem Ruf und guten Sitten auf, die sich im Streben nach Veredelung weiterentwickeln wollen. Er unterlässt das förmliche Anwerben von Mitgliedern. Damit ist aber nicht ausgeschlossen, dass Logenmitglieder solchen Männern, die sie für den Bund als geeignet erachten, in diskreter Weise aufklärende Mitteilungen über das Wesen und den Zweck des Ordens machen.
  • Die Freimaurer haben die Verpflichtung, die Vorschriften der Großloge und der Loge treu zu befolgen, deren Ehre und Interessen nach Kräften zu wahren und zu fördern.
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