Besteht ein Zusammenhang der Freimaurer mit den Rosenkreuzern?

„Rosenkreuzer“ ist ein sehr umfassender Begriff, denn im Gegensatz zur Freimaurerei, die trotz mancher historischen oder geographischen Spielart doch im Grundsätzlichen einen durchgehenden „roten Faden“ erkennen lässt, steht der Begriff „Rosenkreuzer“ für eine Vielzahl von Organisationen mit divergierenden Lehrinhalten. Der Name geht auf Christian Rosencreutz zurück, eine wohl eher symbolische als wirklich historische Figur aus „Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz. Anno 1459“, durch den württembergischen Pastor Johann Valentin Andreae (1586-1654) verfasst und 1616 veröffentlicht. Rosencreutz hat auf der Grundlage alter orientalischer Geheimlehren eine „universelle harmonische Wissenschaft“ wiederbelebt, die es ihm ermöglichte, Europa religiös, politisch, wissenschaftlich und künstlerisch zu erwecken. Der Rosenkreuzer will auf mystischem Wege bestimmte magische Techniken erwerben um die Fähigkeiten seines eigenen Körpers besser zu nutzen, ihn gegen Alter und Krankheit zu stählen. Zusammenhänge, die modern als „psychosomatisch“ bezeichnet werden, werden erkannt. Schädliche Lebensformen sind zu meiden. Auf geistigem Gebiet konnte man das Schlagwort „Spirituelle Alchimie“ nennen. Die durch Andreaes Schriften initiierte Rosenkreuzer-Bewegung lässt sich organisatorisch nicht konkretisieren. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts finden wir vor allem in Deutschland einen „Orden der Gold- und Rosenkreuzer“, über den ebenfalls wenig bekannt ist. Er soll sich allmählich zu einer christlichen Sekte mit alchemistischen Tendenzen gewandelt haben. Als „Jesusorden“ 1777 reformiert, versuchten die Rosenkreuzer, eine Brücke zur Freimaurerei herzustellen indem sie diese als ihre Erfindung darstellten und behaupteten, nur ihre Ordensoberen verstünden den geheimen Sinn der freimaurerischen Symbolik. Um 1780 entstand in Amsterdam der Geheimbund der „Asiatischen Brüder vom Rosenkreuz“. Er ging bald an der Geldgier seiner Oberen zugrunde. 1909 gründete der Theosoph Max Heindel in den USA die „Rosenkreuzergemeinschaft“. Sie wurde dort 1936 verboten, soll jedoch seit 1945 in der Ordensrepublik bis heute existieren. 1925 wurde in Haarlem die „Internationale Schule des Rosenkreuzes“ (Lectorium Rosicrucianum) gegründet, die heute noch fortbesteht. Wenn heute der Begriff „Rosenkreuzer“ genannt wird, ist in der Regel „Ancient and Mystical Order Rosae Crucis (AMORC)“ gemeint, eine um 1915 im kalifornischen San Jose entstandene Organisation. Folgend eine Selbstaussage des Ordens: „AMORC, der Alte und Mystische Orden vom Rosenkreuz, ist eine „Fraternität“ modern denkender Männer und Frauen, die den spirituellen Entwicklungsweg des Rosenkreuzes gehen. Ein Orden ist dabei weder ein Kloster noch etwas abgeschiedenes, sondern ein Zusammenschluss auf der spirituellen Ebene. Auf dieses Kraftfeld kann sich der Studierende des Rosenkreuzes abstimmen, um so Unterstützung, Schutz und Inspiration auf seinem Weg zu erhalten. AMORC lehrt einen westlichen Einweihungsweg, auf der Tradition der alten Mysterienschulen beruhend.“ Der Orden tritt durch regelmäßige Inserate in Tageszeitungen in Erscheinung.

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